Unsere Satzung von 1886


Dies ist eine Abschrift von der original Satzung von 1886.

Der Inhalt ist nicht vollständig,  da der "Schreiber" nicht alles lesen konnte (wg. Schreibweise (Sütterlin) oder Abnutzung).

Statuten

 

des

 

Männer – Gesang – Vereins

 

„ Germania „

 

 

zu

 

Schladern an der Sieg

 

 

I

 

Zweck des Vereins

 

 

§ 1

Unter dem Namen Männer Gesang Verein Germania hat sich hierselbst ein Verein gebildet, welcher sich außer Gesellschaftlicher Erheiterung die Pflege des Gesanges und der guten Sitten zur Aufgabe gestellt hat.

 

 

 

II

 

Aufgliederung des Vereins

 

§ 2

Der Verein besteht aus aktiven und inaktiven Mitgliedern – Sängern und Nichtsängern.

 

§3

Mitglied des Vereins kann jeder werden, welcher das achtzehnte Lebensjahr zurückgelegt hat und unbescholtenen Rufes ist.

 

§ 4

Wer Mitglied werden will muß sich bei einem Vorstandsmitglied melden. Die Ballotage findet alsdann am ersten Gesangsabend während der Pause statt. Zur Aufnahme sind die Stimmen von zwei Drittel der Anwesenden erforderlich. Bei etwa vorkommenden Irrtümern ist die Ballotage ungültig und muß sofort wiederholt werden.

Eine Öffentliche Diskussion über den zu ballotierenden findet nicht statt.

Der Vorstand setzt den betreffenden von den Resultaten der Ballotage in Kenntnis. Durch Unterzeichnung der Statuten tritt das neue Mitglied in die Rechte und Pflichten der übrigen Vereinsmitglieder. Wer bei der Ballotage nicht als Mitglied aufgenommen wird, oder in Gemäßheit der Statuten einen unfreiwilligen Austritt nimmt, kann innerhalb eines halben Jahres nicht wieder zur Ballotage zugelassen werden.

Wird die Aufnahme demnächst nochmals abgelehnt, so hat der Vorstand etwaige fernere Gesuche zurückzuweisen.

Diejenigen welche nach Erlangung der Mitgliedschaft als aktive Mitglieder zugelassen zu werden wünschen, haben sich einer durch den Dirigenten des Gesangvereins vor zunehmenden Prüfung zu unterziehen, und hängt so von dessen Entscheidung ab, ob der Aspirant als Sänger zugelassen werden kann.

 

III

 

Pflichten und Rechte der Mitglieder

 

§ 5

Alle Mitglieder sind verpflichtet, die Statuten streng zu beachten. Für Sänger ist außerdem die Gesangordnung bestimmend.

 

§ 6

Jedes Mitglied hat ein Eintrittsgeld von 1,50 Mark und einen Monatlichen Beitrag von 30 Pfennigen zu entrichten. Strafe. Eintrittsgeld muß sofort, und der monatliche Beitrag am ersten Gesangabend im Monat prämimerando gezahlt werden. Diese Verpflichtung beginnt mit dem Monat in dem das Mitglied aufgenommen wird. Wer mit seinen Zahlungen im Rückstand bleibt, wird nach 4 Wochen zum ersten male und nötigenfalls nach weiteren 14 Tagen zum zweiten male angemahnt.

Erfolgt aber die Zahlung innerhalb der nächsten vierzehn Tage nicht, so ist der Säumige von seiner Mitgliedschaft ausgeschlossen.

 

§ 7

Wer durch Veränderung seines Wohnsitzes sich nicht mehr aktiv am Verein beteiligen kann, bleibt Mitglied, wenn er seinen Austritt nicht anmeldet, jedoch ohne Rechte und Pflichten.

Er hat zu allen Versammlungen und Festlichkeiten freien Zutritt.

 

§ 8

Ein in den Vorstand gewähltes Mitglied muß die Wahl annehmen, es sei denn daß es:

1.      bereits zweimal nacheinander Vorstandsmitglied gewesen, für welchen Fall es die Wahl ablehnen kann, oder

2.      aus triftigen Gründen durch Generalversammlung dispensiert wurde, in welchem falle es dem betreffenden Amt aber solange Vorstehen muß bis die Wahl eines Nachfolgers vorgenommen ist.

Die Wahl dieses Nachfolgers kann in derjenigen Generalversammlung erfolgen in welcher über Ablehnungsgründe des betreffenden Vorstandes Mitgliederbeschluß gefaßt wird.

 

§ 9

Jedes Mitglied hat das Recht Beschwerden zu führen. Es kann verlangen, daß dieselben durch General Versammlungsbeschluß erledigt werden.

Ebenso hat jedes Mitglied das Recht Anträge zu stellen.

Anträge auf außerordentlichen General Versammlungen müssen von 6 Mitgliedern Unterzeichnet sein. Diese Versammlungen sind alsdann innerhalb 14 Tagen durch den Vorstand anzuberaumen.

 

§ 10

Abmeldungen müssen beim Vorstand geschehen und hat der Ausscheidende den Betrag für den laufenden Monat zu entrichten.

 

§ 11

Wer aus dem Verein scheidet, gleichviel ob freiwillig oder unfreiwillig, verliert alle Anrechte und jeglichen Anteil am Vereins Vermögen. Wer freiwillig ausscheidet kann sich jederzeit wieder zur Ballotage melden.

Ob Anmeldungen unfreiwillig ausscheidender Mitglieder Berücksichtigung finden können, bleibt dem Ermessen des Vorstandes überlassen.

 

§ 12

Mit dem Tode eines Mitgliedes hört selbstredend die Mitgliedschaft auf und gehen alsdann dessen Anrechte auf das Vereinsvermögen ebenfalls auf die übrigen Mitglieder des Vereins über.

Sollte der Tod eines Mitglieds zu beklagen sein, so ist ihm von Seiten des Vereins in gebührender Weise die letzte Ehre zu erweisen.

 

§ 13

Kein Mitglied des Vereins kann unter irgendeinem Vorwand den Verkauf oder eine Teilung des Vereinsvermögens verlangen und sollen die vorhandenen Vermögensstücke dem Verein unverkürzt und ausschließlich erhalten bleiben.

 

§ 14

Jedes Mitglied hat das Recht, Fremde einzuführen. Einheimische Nichtmitglieder können nur zweimal eingeführt werden. Der Einführende ist für das Betragen des Eingeführten verantwortlich.

 

 

IV

 

Vorstand des Vereins

 

§ 15

Der Vorstand des Vereins besteht aus folgenden Personen:

 

1.      dem Präses

2.      dem Vitzepräses

3.      dem Schriftführer

4.     dem Rendanten

5.      2 Kassenrevisoren

Von den beiden Präsidenten muß wenigstens einer aktives Mitglied sein.

 

V

 

Wahl des Vorstandes

 

§ 16

Die Wahl des Vorstandes geschieht durch Stimmzettel und ist zu derer Entscheidung absolute Stimmenmehrheit erforderlich. Wird diese nicht erzielt, so finden zwischen den beiden Kandidaten welche die meisten Stimmen erhalten haben, eine engere Wahl statt.

Falls sich hierbei Stimmengleichheit ergibt entscheidet das Los.

 

§ 17

Alle Jahre ist in der ordentlichen Generalversammlung vor dem ersten September die Neuwahl vorzunehmen und werden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder in der nächst folgenden Generalversammlung ihrer Funktion entbunden; zugleich findet alsdann die Einführung der neuen Vorstandsmitglieder statt.

 

§ 18

Der Vorstand ist wieder wählbar.

 

VI

 

Funktionen, Pflichten und Rechte

der Mitglieder

 

§ 19

Der Vorstand als Vertreter des Vereins besorgt alle laufenden Geschäfte und ist für seine Handlungen verantwortlich. Derselbe disperniert über Ausgaben bis zur Höhe von 2/3 des wirklichen Kassenbestandes, über größere Summen hat die Generalversammlung zu beschließen. Die Kassenrevisoren sind verpflichtet alle viertel Jahre eine Revision der Kasse und Bücher vorzunehmen und das Resultat dem Verein mitzuteilen.

 

§ 20

a.       Dem Präses liegt die oberste Leitung des ganzen ab, er führt in den Generalversammlungen und Vorstandssitzungen den Vorsitz, sorgt für die pünktliche Erfüllung der Statuten, und ist verpflichtet, für die Ausführung der gefaßten Beschlüsse sorge zu tragen.

b.       Der Viezepräeses übernimmt in .............fällen des Präses dessen Funktionen.

c.        Der Schriftführer führt über alle Versammlungen und Vorstandssitzungen Protokoll und besorgt die sonstigen schriftlichen....

.................................................................Mobiliars zu sorgen, darüber ein Vollständiges Inventar auszufertigen und dasselbe .... zu erhalten und über verliehene Gegenstände Molizen zu führen. Wer Bücher oder Noten leiht, hat solch bis zu einem bestimmten Termin zurück zu liefern und zwar in demselben Zustand wie er sie empfangen hat.

d.      Der Rendant vereinnahmt alle Gelder und verausgabt dieselben mit Geneh-migung des Vorstandes, er führt über Einnahmen und Ausgaben Buch und Rechnung und hat alljährlich einen vollständigen Auszug mit Belägen zu den einzelnen Posten anzufertigen und dem von der Generalversammlung erwählten Rechnungsausschusses wenigstens acht Tage vor der betreffenden Generalversammlung zu überliefern.

Zu dieser Generalversammlung hat er seinem Nachfolger die Kasse vollständig zu überliefern. Die laufenden Einnahmen und Ausgaben sind bis zum jedesmaligen Rechnungsabschlusses zu regulieren.

 

VII

 

General Versammlungen

 

§ 21

Alljährlich 14 Tage vor und 14 Tage nach dem 1. September finden ordentliche Generalversammlungen statt. In der ersten wird der Vorstand gewählt. In der letzteren wird nach Anhörung des Rechnungsberichtes, über Erteilung der Durchgänge beschlossen und die Einführung des neu erwählten Vorstandes bewirkt.

 

§ 22

Außerordentlich Generalversammlungen kann der Vorstand nach Bedürfnissen anberaumen.

 

§ 23

Der Vorstand ist verpflichtet, auf den Antrag von 6. Mitgliedern außerordentliche Generalversammlungen einzuberufen.

 

§ 24

Generalversammlungen sind gültig, wenn während der Dauer derselben mindestens 2/3 der Mitglieder anwesend sind. Einfache Stimmenmehrheit entscheidet. Bei Stimmengleichheit gibt der Vorsitzende den Ausschlag falls in 2 nacheinander folgenden Generalversammlungen die Anzahl von 2/3 nicht vertreten ist, so ist die alsdann darauf folgende Generalversammlung beschlußfähig. Bei Wahl des Vorstandes, Beratung und Beschlußfassung über Auflösung des Vereins hat es bei den darüber vorgeschriebenen Modus kein bewenden.

 

§ 25

Während der Generalversammlung darf keine Störung verursacht werden.

 

 

VIII

 

Geschäftsordnung für die

Generalversammlung

 

§ 26

Der Vorsitzende eröffnet, leitet und schließt die Sitzungen und hat die Ordnung bei den Verhandlungen zu handhaben.

 

§ 27

Bei Eröffnung einer Generalversammlung soll das Protokoll der vorhergegangenen Generalversammlung verlesen werden. Erfolgen keine Einwendungen dagegen so ist es genehmigt.

 

§ 28

Jedes Mitglied welches zu sprechen wünscht hat den Vorsitzenden um das Wort zu ersuchen. Letzterer erhält dasselbe nach der Reihenfolge der Anmeldungen.

 

§ 29

Niemand ist befugt, einen Redner zu unterbrechen, indes kann der Vorsitzende die Versammlung darüber abstimmen lassen ob der Redner seinen Vortrag beendigen und ebenfalls ob eine Debatte geschlossen werden soll.

 

§ 30

Der Antragsteller hat, wenn er es wünscht das Schlußwort.

 

§ 31

Sobald eine Abstimmung oder Ballotage begonnen hat dürfen keinerlei Beeinflussungen mehr stattfinden, und zwar bei Strafe der Ungültigkeit der beeinflußten Stimmen.

 

§ 32

Der Vorsitzende ernennt in zweifelhaften Fällen 2 Mitglieder zu Stimmenzählern. Auch hat derselbe bei Abstimmungen durch Stimmzettel 2 Sekundanten zum Konfieren der Stimmen zu defignieren.

 

§ 33

Zu den Generalversammlungen haben Nichtmitglieder keinen Zutritt.

 

IX

 

Sänger Festlichkeiten

 

§ 34

Ob und in welcher Weise Festlichkeiten stattfinden sollen hat die Generalversammlung zu bestimmen.

 

X

 

Auflösung des Vereins

 

§ 35

Zählt der Verein weniger als 6 Mitglieder so wird er aufgelöst.

 

§ 36

Löst der Verein sich auf und das Vereinsvermögen beträgt weniger als 50 Mark so wird dasselbe unter die Mitglieder verteilt. Beträgt es mehr wie 50 Mark wird es dem Vorstand des Vereins zur Verwendung eines wohltätigen Zweckes überwiesen.

 

XI

 

Allgemeine Bestimmungen

 

§ 37

Wird ein Antrag auf Abänderung oder Ergänzung der Statuten gestellt, so wird derselbe der nächsten Generalversammlung vorgelegt; wenn 2/3 der Anwesenden dafür sind, so hat die darauffolgende Generalversammlung über die Art und Weise der Abänderung zur Ergänzung durch Stimmenmehrheit zu beschließen.

 

§ 38

Politik soll dem Verein fernbleiben.

 

 

XII

 

Gesangordnung

 

§ 39

Die Sänger verpflichten sich zur regelmäßigen Teilnahme an allen Gesangstunden, sowohl an den vom Dirigenten nach Bedürfnis und dessen eigenem Ermessen angesetzten, wie an der Statut gemäß feststehenden Samstagsstunde.

 

§ 40

Die Übungen beginnen abends 9 Uhr. Wer bis 9 ½ Uhr nicht zugegen ist zahlt 5 Pfennige Strafe, wenn auch durch die Nachlässigkeit einzelner Mitglieder der Beginn der Übung verzögert werden sollte. Dieselbe Strafe trifft den, welcher sich vor Schluß der Stunde entfernt.

Wer die Übung ohne genügende Entschuldigung ganz versäumt muß zehn Pfennig Strafe zahlen.

 

§ 41

Als Entschuldigung gelten nur Krankheit oder Abwesenheit vom Ort. Die Mitglieder welche in dienstlichen Verhältnissen stehen, sind jedoch auch zu Entschuldigen, wenn sie unbedingt arbeiten müssen. Wer beim Auftreten des Vereins bei Konzerten oder bei anderen Gelegenheiten zu spät kommt zahlt 50 Pfennig; und wer ohne genügende Entschuldigung ganz ausbleibt, 1 Mark Strafe. Das Verspäten einer Probe wird mit 25 Pfennig, das Versäumen derselben mit 50 Pfennig bestraft. Die Strafgelder hat das säumige Mitglied sofort bei seinem Erscheinen in der Übung zu erlegen. Wer sich weigert die verfallenden Strafgelder zu zahlen hört auf Sänger zu sein.

 

§ 42

Wer dreimal nacheinander ohne genügende Entschuldigung ausbleibt, oder überhaupt durch seine Nachlässigkeit Mangel an Interesse für die Sache an den Tag legt kann vom Gesang ausgeschlossen werden. Das Recht Säumige auszuschließen steht sowohl den Sängern wie dem Dirigenten zu. Der Ausschluß seitens der Mitglieder geschieht durch Majoritätsbeschluß. Bei Stimmengleichheit gibt der Dirigent den Ausschlag. Gegen den durch den Dirigenten erfolgten Ausschluß soll nur ein .???? Protokoll ???? von 2/3 der Sängern gelten. Der Dirigent hat natürlich auch das Recht unfähigen Mitgliedern, welche im laufe der Zeit den Anforderungen nicht genügen die ferneren Teilnahmen am Gesang zu untersagen, und sind die einzelnen Mitglieder verpflichtet, die Unfähigen in Ihrer Stimme dem Dirigenten zu bezeichnen, damit der Ausschluß erfolgen kann.

 

§ 43

Jedes Aktive Mitglied verpflichtet sich zur gewissenhaften Haltung dieser Gesangordnung und Statuten durch Unterschrift.

 

 

 

 

 

 

Der MGV "Germania" Schladern im Jahre 1924

Der MGV "Germania" Schladern im Jahre 1986